Familienfreundliches Unternehmen
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„Um ein Kind groß zu ziehen, braucht es ein ganzes Dorf", heißt ein afrikanisches Sprichwort. Im Idealfall besteht das Dorf aus Eltern, Großeltern und Verwandten, einer funktionierenden Nachbarschaft, aus Kindergarten und Schule. Familien sind die tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Ohne sie leben unsere Städte, unsere Dörfer nicht.
Der Kreis Soest hat dies erkannt und setzt sich deshalb für Familien ein. Zusammen mit 120 weiteren Akteurinnen und Akteuren aus der Region hat er das Netzwerk „Lokale Bündnisse für Familie im Kreis Soest" gegründet. Und als Arbeitgeber geht der Kreis Soest mit gutem Beispiel voran und bemüht sich um familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine gute Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.
Der größte Erfolg bis dahin: Im Juni 2010 hat das Netzwerk „Lokale Bündnisse für Familie im Kreis Soest" die Kreisverwaltung Soest mit dem Zertifikat „Familien-Freundliches Unternehmen" ausgezeichnet. Das Zertifikat wurde zunächst für zwei Jahre verliehen.
Familienorientierte Personalpolitik
Der Zertifizierungsprozess hat gezeigt, dass bei der Kreisverwaltung bereits viele familienfreundliche Angebote für die Beschäftigten bestehen:
- Die Bediensteten der Kreisverwaltung nutzen flexible Arbeitszeiten mit Rahmen- und Kernarbeitszeiten. Über ein Jahresarbeitszeitkonto werden jeweils ein Gleitzeit- und ein Langzeitkonto mit bis zu 120 Plus- bzw. 40 Minusstunden zur Verfügung gestellt.
- Gut ein Viertel der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit (276 Personen, Stand 31. Dezember 2010). Überwiegend nehmen Frauen nach einer Elternzeit oder Beurlaubung für die Kinderbetreuung den Dienst mit reduzierter Stundenzahl wieder auf. Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Männer liegt bei 10 Prozent.
- Teilzeitbeschäftigung wird mit unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen gewährt. Grundsätzlich ist Teilzeitarbeit auf allen Arbeitsplätzen möglich. Dies gilt auch für Stellen mit Führungs- und Leitungsaufgaben.
- Telearbeitsplätze ermöglichen einen flexiblen Einsatz und bieten damit die Möglichkeit dienstliche und persönliche Belange in Einklang zu bringen. Die Personalauswahl ist grundsätzlich familienbezogen. Bevorzugt werden allein erziehende Beschäftigte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ein Kind unter 14 Jahren betreuen oder mit einem pflegebedürftigen Angehörigen in häuslicher Gemeinschaft leben.
- Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Pflege wird beim Kreis Soest durch Beurlaubung gefördert. Bei der Rückkehr sollen die persönlichen Zeitvorstellungen der Frauen und Männer berücksichtigt werden, soweit diese mit dienstlichen Belangen vereinbar sind. Durch eine schnelle Rückkehr in den Beruf werden die vorhandenen Kenntnisse und Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Kreisverwaltung bewahrt. Viele Rückkehrenden starten in Teilzeitmodellen.
- Nach einer Beurlaubungs- oder Erziehungsphase können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stufenweise mit allmählicher Stundenzahlsteigerung oder Freistellungen sowie Wechsel des Arbeitszeitumfangs bzw. der -lage wieder einsteigen. So kann auf das Auftreten plötzlicher familiärer Belastungen reagiert werden.
- Es werden die üblichen Sozialleistungen des öffentlichen Dienstes gewährt.
- Darüber hinaus gibt es ein Betreuungsangebot während der Sommerferien und ein Eltern-Kind-Büro für Betreuungsnotfälle. Die Sozialberatung des Kreises steht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung.
Ausblick
In Zukunft möchte der Kreis Soest einen Schwerpunkt auf die Vereinbarkeit speziell von Beruf und Pflege legen. Es ist geplant, erste Ansprechpersonen zu benennen, die Bedienstete bei Fragen zur Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger mit Basisinformationen versorgen und bei konkretem Handlungs- und Beratungsbedarf an zuständige Fachstellen weiter vermitteln.
Kontakt
Bei allen Fragen zum Thema Familienfreundliches Unternehmen steht Ihnen Petra Nagel, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Soest, zur Verfügung.
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